Mit dem Auto zum Skigebiet in Österreich: Was das Auto braucht
Was braucht mein Auto für die Fahrt zu einem Skigebiet in Österreich?
Eine Vignette für den Autobahnteil der Fahrt, Winterreifen für den Bergteil und eine gesonderte Zahlung für jeden mautpflichtigen Tunnel auf der Strecke. Eine digitale 2-Monats- oder Jahresvignette, die online bei ASFINAG gekauft wird, gilt erst ab dem 18. Tag nach dem Kauf. Wer früher abreist, braucht daher eine 1-Tages- oder eine 10-Tages-Vignette, für die diese Wartezeit nicht gilt.
Wer spät bucht, für den ist die Jahresvignette keine Option
Die Vignetten-FAQ von ASFINAG bringt die Grenze auf eine Zeile: Eine digitale Vignette, die im ASFINAG-Mautshop oder über die ASFINAG-App gekauft wird, gilt erst ab dem 18. Tag nach dem Online-Kauf. Eine Ferienwoche, die zwei Wochen im Voraus gebucht wird, kann daher nicht auf eine Jahresvignette gestützt werden, wie gut sich der Preis auch gerechnet hätte.
Dieselbe FAQ nennt auch die Ausnahme, und genau sie zählt für eine Skireise: Die Frist gilt nicht für eine 1-Tages- oder eine 10-Tages-Vignette. Eine 10-Tages-Vignette gilt für zehn aufeinanderfolgende Kalendertage einschließlich des Starttags, was genau der Form einer Woche mit je einem Reisetag am Anfang und Ende entspricht. Eine 1-Tages-Vignette gilt für einen Kalendertag und erlischt um Mitternacht, sodass eine Samstagsanreise, die erst nach Mitternacht endet, auch den Sonntag braucht.
Es gibt noch einen anderen Weg um die Wartezeit herum, und ASFINAG nennt ihn selbst: Wird die Vignette bei einem Vertriebspartner, an einer Mautstelle oder an einem Automaten statt online gekauft, gelten die 18 Tage überhaupt nicht. Die Vignette ist dann sofort gültig. So kann eine Jahresvignette eine Abreise in der nächsten Woche doch noch abdecken, um den Preis eines Stopps an einer Verkaufsstelle unterwegs.
Sechs Streckenabschnitte werden zusätzlich zur Vignette berechnet
Die Vignette deckt das allgemeine Autobahn- und Schnellstraßennetz ab. Sechs Streckenabschnitte liegen außerhalb davon und werden mit einer Streckenmaut, der Sondermaut, belegt, die ASFINAG direkt an der Strecke erhebt. Zwei der sechs liegen auf derselben Autobahn, der A9, und drei der sechs liegen auf gewöhnlichen Anfahrtsstrecken zu Skigebieten.
- A10 Tauernautobahn: die Tunnel Tauern und Katschberg, zwischen den Anschlussstellen Flachau und Rennweg.
- A13 Brennerautobahn: die gesamte Strecke, die laut ASFINAG sogar ganz ohne Vignette befahren werden kann.
- S16 Arlberg Schnellstraße: der Arlbergtunnel, zwischen den Anschlussstellen St. Anton am Arlberg und Langen am Arlberg.
- A9 Pyhrnautobahn: der Bosrucktunnel, zwischen den Anschlussstellen Spital am Pyhrn und Ardning.
- A9 Pyhrnautobahn: der Gleinalmtunnel, zwischen den Anschlussstellen St. Michael und Übelbach.
- A11 Karawankenautobahn: der Karawankentunnel, zwischen der Anschlussstelle St. Jakob im Rosental und der slowenischen Grenze.
Vier Autobahnabschnitte brauchen keine Vignette
Seit dem 15. Dezember 2019 sind vier Abschnitte des ASFINAG-Netzes nach dem Bundesstraßen-Mautgesetz von der Vignettenpflicht ausgenommen. Drei davon sind Grenzübergänge, der vierte ist eine baubedingte Ausnahme.
- A1 Westautobahn, von der Grenze Walserberg bis zur Anschlussstelle Salzburg-Nord.
- A12 Inntalautobahn, von der Grenze Kufstein bis zur Anschlussstelle Kufstein-Süd.
- A14 Rheintal/Walgau Autobahn, von der Grenze Hörbranz bis zur Anschlussstelle Hohenems.
- A26 Linzer Autobahn, bis die Verbindung zur A7 an der Anschlussstelle Linz-Hummelhof für den Verkehr freigegeben wird.
Manche Skigebiete sind ganz ohne Vignette erreichbar
Die oben genannten Ausnahmen sind deshalb wichtig, weil ein Tiroler oder Salzburger Tal von dort aus oft über Bundesstraßen erreicht wird, für die überhaupt keine Vignettenpflicht besteht. Fahrt nach Saalbach-Hinterglemm ist das klarste Beispiel: Jede Route, die das Skigebiet selbst angibt, ist als vignettenfrei ausgewiesen.
Liegt ein Skigebiet tatsächlich an der Autobahn, lohnt es sich, die Grenze genau zu prüfen, bevor man annimmt, dass die Tunnelmaut greift. Fahrt nach Flachau verlässt die A10 genau an der Anschlussstelle, an der die Tauern-Streckenmaut beginnt, sodass man bei der Anreise nie hineinfährt, während Fahrt durch Österreich in die italienischen Alpen der umgekehrte Fall ist: Der Brenner wird ab dem ersten Meter gesondert berechnet. Prüfen Sie die eigene Route anhand der beiden Listen oben, bevor Sie annehmen, was sie kostet.
Winterreifen richten sich nach der Straße, nicht nach dem Kalender
Zwischen dem 1. November und dem 15. April darf ein Pkw oder Kleintransporter bis 3,5 Tonnen bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen, also bei Schnee, Schneematsch oder Eis, nur mit Winterreifen an allen Rädern gefahren werden. Österreich legt kein festes Datum fest, bis zu dem sie montiert sein müssen. Die Pflicht greift, sobald sich der Fahrbahnzustand ändert, und das kann bei der Anfahrt in die Berge schon eine Kehre oberhalb trockener Fahrbahn der Fall sein.
Ein zulässiger Reifen ist mit M+S, M.S. oder M&S gekennzeichnet oder trägt das Schneeflockensymbol. Die Mindestprofiltiefe für einen Winterreifen am Pkw liegt bei 4 mm bei Radialbauweise und 5 mm bei Diagonalbauweise, gegenüber 1,6 mm bei einem gewöhnlichen Reifen, sodass ein Satz, der die Sommerkontrolle bestanden hat, dafür trotzdem zu wenig Profil haben kann.
Schneeketten ersetzen Winterreifen nur dort, wo die Fahrbahn durchgehend oder nahezu durchgehend mit Schnee oder Eis bedeckt ist, und auch nur, wenn sie an mindestens zwei angetriebenen Rädern montiert sind. Für Busse und Lkw über 3,5 Tonnen gilt die strengere Regel: Winterreifen an einer Antriebsachse während des gesamten Zeitraums, unabhängig von der Witterung, sowie mitgeführte Schneeketten.
Das ist die gesamte Regelung, und es ist die einzige Fassung, auf die eine Anfahrt zum Skigebiet trifft. Wir haben jedes der sechs Reiseziele, auf die diese Seite verlinkt, mit den jeweiligen Gemeinde- und Tourismusseiten abgeglichen und dabei keine eigene Regel gefunden: Dasselbe nationale Gesetz gilt für die B311 nach Saalbach, die B186 oberhalb von Sölden und jede andere Straße in dieser Auswahl. Die Zielseiten lassen die Ausrüstung deshalb hier stehen und behandeln das, was zwischen ihnen tatsächlich unterschiedlich ist: die Straße, die Mautgrenze und den Ort.
Die Vignette gilt für das Kennzeichen, der Wohnwagen bleibt gratis
Die Vignette ist ein Eintrag zu einem Kennzeichen, der per Kamera erfasst wird. ASFINAG gibt an, dass bis zu zwanzig automatische Kontrollkameras auf mehr als 2.200 Kilometern Autobahn im Einsatz sind und regelmäßig versetzt werden, sodass es keinen Abschnitt gibt, auf den man sich als unbeobachtet verlassen kann. Es kommt nichts per Post, und nichts wird an die Windschutzscheibe geklebt.
Die Falle ist ein Fahrzeugwechsel in letzter Minute. Nur die digitale Jahresvignette, die Streckenmaut-Mehrfahrtenkarten und die Streckenmaut FLEX lassen sich nach Beginn der Gültigkeit auf ein neues Kennzeichen umschreiben, und ASFINAG verlangt dafür eine Bearbeitungsgebühr. Die 1-Tages-, 10-Tages- und 2-Monats-Produkte lassen sich überhaupt nicht umschreiben, sodass ein Ersatzfahrzeug eine eigene österreichische Vignette für sein eigenes Kennzeichen braucht.
Eine Dachbox mit Skiern ändert daran nichts, und ein Anhänger auch nicht. ASFINAG erklärt, dass für Anhänger, Wohnwagen oder Motorrad-Beiwagen keine zusätzliche Vignette nötig ist: Berechnet wird das Zugfahrzeug, solange die Kombination innerhalb der 3,5-Tonnen-Grenze bleibt. Darüber fällt die Fahrt stattdessen unter die streckenabhängige GO-Box-Maut, ein völlig anderes System.